Kita

… unsere Kita Plauener Straße (Juni 2012)

Die Kinder lieben ihr Buch!

Eigentlich will ich mir den Forschungs- und Experimentierraum anschauen.

Ein ehemaliger Werkraum/Kreativraum wird dafür neu gestaltet und mit praktischem Mobiliar eingerichtet. Zeitweise hatte der Werkraum auch als Materialraum gedient, wurde irgendwann aber nicht mehr optimal genutzt. Bis auf einen letzten Rest ist die Umgestaltung fertig, aber die Kinder können schon jetzt „forschen“ und spannende Experimente – z.B. mit Wasser, mit Farben, mit Formen – durchführen. Beinahe wie in einem „echten“ Forschungslabor sehen sie in ihren „Schutzanzügen“ aus geknoteten Müllsäcken aus! Aber auf diese Art und Weise bleibt ihre Kleidung trocken und sauber. Viele Kinder in der Kita sind natürlich neugierig auf den neu gestalteten Gruppenraum und probieren dort gern spielerisch Dinge aus, die sie sonst im Alltag nicht kennen lernen.

Wie mischt man Farben untereinander und welche neuen Farben entstehen dabei? Wie färbt sich das Wasser, wenn man bestimmte Farben dazu mischt? Warum gelingt aber keine Farbe Pink? Wie schnell fließt Wasser durch Behälter mit unterschiedlichen Formen? Aber auch: Wie baue ich ein kleines „Rennauto“? Wann flitzt es am schnellsten oder weitesten?

Der Forschungs- und Experimentierraum passt gut in das Konzept der Kita. Jede Kita-Gruppe hat in ihrem Gruppenraum einen eigenen Schwerpunkt, wie die „grüne“ Gruppe den Kreativraum. Andere Gruppenräume sind für Rollenspiele/Verkleidung, als Bauraum/für Interessierte an Mathematik oder als Funktionsraum eingerichtet. Außerdem hat jede Kollegin ihre persönlichen Schwerpunkte für die Arbeit mit den Kindern: wie Sport, Musik, Mathe, Yoga oder eben forschen und experimentieren. Die Arbeit der Kita mit geöffneten Gruppen ermöglicht es den Kindern, sich nach den eigenen Interessen in dem jeweils gewünschten Gruppenraum zu beteiligen. Klare Regeln helfen den Kindern, sich frei im Hause zu bewegen, in die jeweiligen Gruppen zu gehen und bei dem dortigen Angebot mitzumachen. Die Erzieherinnen geben dabei immer auch Orientierungshilfen, denn sie kennen ihre Schützlinge ja sehr gut. Sie sagen mir, die Eltern haben volles Vertrauen, dass sie nur das Beste für die Kinder wollen und sie entsprechend beschäftigen und fördern.

Wenn die Kinder nicht in frei gewählten Aktivitäten unterwegs sind, machen sie aber auch als Gruppe einiges zusammen. Es stehen Ausflüge auf dem Programm, es gibt die „Dialogrunden“ und die Geburtstage werden in der Gruppe gefeiert.

Beim weiteren Rundgang durch die Kita habe ich in einem Gruppenräumen aber dann noch die Bücher kennen gelernt, die die Kinder so lieben.

KitaAus der Arbeit der Erzieherinnen heißt es „Arbeiten mit Portfolio“. Das kenne ich noch nicht. Worum handelt es sich dabei? Es ist eine Sammlung für jedes einzelne Kind und das Grundgerüst besteht aus bestimmten Bögen und vorbereiteten Blättern. Die Kinder füllen sie aus bzw. bemalen sie. Dazu kommen Geschichten und Fotos ihrer Kitazeit, viele ihrer Bastelwerke oder die zahlreichen gemalten Bilder. Im Laufe der Zeit wird die Sammlung natürlich immer umfangreicher, ein richtiges „Buch“. Alles darin entsteht entweder eigenständig oder mit den Erzieherinnen zusammen.

Die Kinder schätzen ihr Buch, sie lieben es und sind ganz stolz darauf, dies ganz für sich zu haben. Man sieht darin ihre Entwicklung in den Jahren in der Kita. Beim Abschied bekommen sie es mit und haben eine schöne Erinnerung.

Die Bücher stehen ordentlich im Regal. Man kann sie nur ansehen, wenn die Kinder das erlauben und sie einem zeigen. Als ich danach frage, holen gleich mehrere Kinder ganz stolz ihre Bücher hervor und zeigen sie mir. Das wäre sicherlich noch eine Stunde so weitergegangen. Denn es war ebenso spannend der Forschungsraum, aber die Uhr zeigt an, dass Mittagessenszeit ist.

Die Kinder treffen sich jetzt wieder in ihrem Gruppenraum und dann ist erst einmal Pause für ein leckeres Mittagsmahl!

Irene Schwulera